Förderverein für existenzielle Psychotherapie
Förderverein für existenzielle Psychotherapie

Die Gründerväter

Philosophen und Therapeuten

 

Existenzphilosophie (Existenzialismus) ist eine Sammelbezeichnung für philosophische Ansätze im Europa des 19. Und 20. Jahrhunderts, die die Frage nach dem Sinn und die Bedeutung der individuellen Existenz des Menschen in den Mittelpunkt stellen. Damit wendet sie sich gegen den Rationalismus und betont stattdessen das existenzielle, d.h. ganzheitliche, Körper, Seele und Geist miteinbeziehende Denken.

Sören Kierkegaard (1813 – 1855)

Dänischer Philosoph von starker religiöser Innerlichkeit, hat den Begriff der Existenz als Innerstes Seinserlebnis geprägt und damit den Mittelpunkt der modernen Existenzphilosophie geschaffen. Er fordert den an der eigenen Seinserfahrung (Existenz) interessierten subjektiven Denker: Denken und Sein sollen zusammenfallen. Hauptwerk: “Entweder - Oder“, 1843.

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

Zeitgenosse des letzten Systemdenkers Hegel, setzte als erster bedeutender Existenzialist dem deutschen Idealismus eine pessimistische Philosophie der irrationalen Lebenskräfte entgegen. In seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ tritt der Wille an die Stelle der Weltvernunft. Der Wille bestimmt als Urkraft  alles Leben, Ist aber damit Ursache steten Leidens. Einen Weg, sich dem durch den Willen erzeugten Leid zu entziehen, findet er in der indischen Philosophie: Die Überwindung des Willens mit dem Eingang ins Nichts, ins Nirwana.

Friedrich Nietzsche (1844 – 1900)

Er ist wie Kierkegaard ein existenzieller Denker, aber im Gegensatz zu ihm nicht im religiösen, sondern im vitalen, auf das Leben gerichteten Sinn. Er knüpft an Schopenhauers irrationale Willensmetaphysik an, sieht den Willen aber lebensbejahend, als Wille zur Macht. Sein Wunschbild projiziert er in seinem bekanntesten Werk “Also sprach Zarathustra“ als Gestalt des Übermenschen, in dem Gut und Böse überwunden sind durch ein nicht mehr zwiespältiges Leben.

Karl Marx (1818 – 1883)
In seinen philosophischen Veröffentlichungen stellt er die Philosophie Hegels „vom Kopf auf die Füße“, und vertauscht die Rollen von Subjekt und Objekt: "Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein.“ 

Martin Heidegger (1889 – 1976)
Er stand u.a. in der Tradition der Existenzdeutung Kierkegaards, die er in einer neuen Menschensicht durch seine Kritik der abendländischen Philosophie überwinden wollte. Er denkt den Menschen nicht mehr ins Zentrum der Welt, sondern im Zusammenhang mit der Welt: Anstatt über die Welt zu herrschen, soll der Mensch in ihr als sterbliche Gast wohnen und sie schonen.

Karl Jaspers (1883 – 1969)
Existenz ist, nach Jaspers, "eigentlich sein wollen“, also mehr als bloßes Dasein; das „Ich“ gegenüber dem „Man“. - "Das Eigentliche unsere Existenz erfahren wir in den Grenzsituationen unseres Daseins: Ich muss sterben, ich muss leiden, ich muss kämpfen, ich bin dem Zufall unterworfen, ich verstricke mich unausweichlich in Schuld. Die Grenzsituationen sind neben dem Staunen und dem Zweifel der Ursprung der Philosophie.“

Jean Paul Sartre (1905 – 1980)
Heidegger-Schüler, Hauptwerk: „Das Sein und das Nichts“ (1943) hat seine Existenzphilosophie als einen neuen Humanismus erklärt. Der Furchbarkeit des Seins kann der Mensch seine Fähigkeit entgegensetzen, sich selbst zu „machen“. In dieser Fähigkeit, das Nichts zu denken, liegt die Möglichkeit, die Bedrohung zu überwinden. Sie bestätigt gleichsam die Freiheit des Menschen. Unterstützt wurde er in seiner Arbeit von seiner lebenslangen Gefährtin Simone de Beauvoir(1908-1986).

Zen-Philosophie: (u.a.: Bodhidarma, ~440 n. Chr.)

Bereits Schopenhauer findet bei den östlichen Philosophen den Ausweg über die das Tor ins "Nichts". Zen und seine Praxis der Meditation brauchen keinen persönlichen Gott und keine "realistische" Existenz, sondern verschmelzen beim Meditieren mit der Existenz selber, wobei beide sich auflösen: Nirwana. Diese Sicht wird heute von Physik und Neurowissenschaften immer mehr gestützt.

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